Philosophia
Brand Identity Guidelines — Version 1.0
Marke & Vision
Philosophia ist ein Werkzeug, das dich im Finden von Entscheidungen unterstützt — nicht mit Antworten, sondern mit Perspektiven.
Was ist Philosophia?
Nutzer:innen schildern eine Situation, die sie beschäftigt — ein Dilemma, eine Entscheidung, eine Spannung. Philosophia ruft aus einem kuratierten Korpus philosophischer Texte relevante Blickwinkel ab und stellt diese nebeneinander dar. Keine Empfehlung, keine Bewertung. Die Entscheidung liegt bei der Person.
Das System arbeitet mit einem RAG-Ansatz (Retrieval-Augmented Generation) auf Basis geschlossener, quellenbasierter Texte. Alles, was gezeigt wird, ist verankert — nichts wird erfunden.
Mission
Philosophisches Denken zugänglich machen — nicht als akademische Übung, sondern als praktisches Werkzeug in realen Momenten der Verwirrung.
Vision
Eine Welt, in der Menschen bei schwierigen Entscheidungen innehalten und fragen: Wie würde ein Stoiker das sehen? Was sagt Kant dazu? — nicht aus Intellektualismus, sondern weil es hilft, klarer zu denken.
Werte
Philosophie ist komplex. Philosophia nicht. Jede Aussage muss sofort verständlich sein — ohne Vorkenntnisse.
Kein oberflächlicher Motivationsdiskurs. Die Inhalte haben intellektuelle Substanz — aber in einer Form, die nicht erdrückt.
Philosophia gibt keine Antworten. Das Werkzeug ist transparent darüber, was es ist: ein Spiegel, kein Orakel.
Die Plattform funktioniert in einem Moment echter Verwirrung. Das Design muss in genau diesem Moment Vertrauen schaffen und Orientierung geben.
Der Markt für „Entscheidungshilfen" ist gefüllt mit Tools, die Ratschläge geben. Philosophia differenziert sich, indem es keine Position einnimmt. Das ist kein Mangel — es ist die Kernaussage. Die Markenidentität muss genau das kommunizieren: Stärke durch Zurückhaltung, Tiefe durch Klarheit. Die Positionierung „Kein Orakel. Kein Coach. Ein Spiegel." ist bewusst negativ formuliert, weil Abgrenzung hier schärfer wirkt als Behauptung.
Das Design ist dabei kein schmückendes Beiwerk. Es ist Teil des Konzepts — es spiegelt die gleiche Haltung wider: klare Struktur, kein Noise, Raum zum Denken.
Logo
Das Logo besteht aus zwei Elementen: dem Phi-Signet (Φ) und dem Schriftzug. Beide können getrennt oder gemeinsam eingesetzt werden.
Primäres Logo — Hell auf Dunkel
Sekundäre Version — Dunkel auf Hell
Violett-Variante
Das Signet — Φ
Das Signet ist der griechische Buchstabe Phi (Φ): ein Kreis mit einem vertikalen Strich. Er ist der Anfangsbuchstabe von „Philosophia" — und gleichzeitig ein universelles Symbol in Mathematik, Physik und Philosophie. Formal beschreibt er eine Linse, durch die man etwas betrachtet.
Schutzzone
Um das Logo herum wird ein Freiraum von mindestens der Höhe des Φ-Signets (x) eingehalten. Kein anderes Element darf in diesen Bereich eindringen.
Logo Don'ts
Phi (Φ) ist der naheliegendste und gleichzeitig stärkste Ausgangspunkt: Es ist der erste Buchstabe von „Philosophia", ein mathematisches Symbol für den goldenen Schnitt und formal ein Kreis mit einem Schnitt — ein Sehen, ein Analysieren, ein Durchdenken. Das Signet ist bewusst geometrisch und schlicht gehalten, weil es im Interface genauso stark wirken muss wie auf Papier. Komplexe Logos versagen bei kleinen Größen — ein klares geometrisches Zeichen nicht.
Cormorant Garamond als Wordmark-Schrift bringt klassische Verwurzelung in eine moderne, reduzierte Form. Die Kombination aus geometrischem Signet und klassischer Serifenschrift ist die visuelle Übersetzung des Projekts selbst: alte Gedanken, neue Form.
Farbpalette
Das Farbsystem ist radikal reduziert: zwei Neutralfarben als Fundament, ein Akzent als Identitätsträger, drei Abstufungen für System und Hierarchie.
Primärfarben
RGB 14 / 14 / 18
CMYK 0 / 0 / 0 / 93
Pantone Black C
RGB 250 / 250 / 248
CMYK 0 / 0 / 1 / 2
Pantone 9161 C
RGB 74 / 61 / 232
CMYK 68 / 74 / 0 / 9
Pantone 2726 C
Systemfarben
RGB 42 / 42 / 53
CMYK 21 / 21 / 0 / 79
Fließtext, sekundäre Inhalte
RGB 155 / 153 / 169
CMYK 8 / 10 / 0 / 34
Metadaten, Labels, Captions
RGB 232 / 228 / 220
CMYK 0 / 2 / 5 / 9
Hintergründe, Trennflächen, Karten
Farbverwendung
Tinte + Kreide
Das Standard-Verhältnis. Tinte auf Kreide im Interface, Kreide auf Tinte für Cover, Headers und Highlights. Maximaler Kontrast, maximale Lesbarkeit.
Violett — gezielt einsetzen
Violett markiert: Akzente, aktive Zustände, philosophische Schulen im Interface, Calls to Action. Nie als Flächenfarbe über große Bereiche.
Violett ist seit der Antike die Farbe der Reflexion, des Geistes, des Transzendierten. In der westlichen Philosophietradition war sie Farbe der Gelehrten und der Kontemplation. Gleichzeitig hat Violett keine starke Assoziation mit einer bestimmten Emotion (wie Rot = Gefahr, Grün = Natur) — es ist offen. Das passt zu einem Tool, das bewusst keine Wertung vornimmt.
Tinte und Kreide schaffen die nötige Reduktion: Das System soll Raum für die eigentlichen Inhalte — die philosophischen Texte — geben, nicht selbst im Vordergrund stehen. Ein reduziertes Farbsystem schafft Konzentration.
Typografie
Zwei Schriftfamilien. Eine Spannung. Die Kombination aus klassischer Antiqua und moderner Groteske übersetzt das Kernprinzip des Projekts typografisch.
Schriftfamilien
Großer Titel, Seitentitel, Kapitelüberschriften
Abschnittstitel, philosophische Schulenbezeichnungen
Philosophische Zitate, einleitende Gedanken
Fließtext, Perspektiventexte, Interface-Elemente
Typografische Hierarchie
Cormorant Garamond ist eine moderne Interpretation der Garamond-Familie — einer der einflussreichsten Schriften der westlichen Druckgeschichte. Sie verbindet höchste typografische Qualität mit einer Ästhetik, die Seriosität und Schönheit gleichzeitig kommuniziert. In großen Größen hat sie eine fast literarische Präsenz. Das ist wichtig: Die philosophischen Inhalte sollen gewichtig klingen.
Inter ist der gegenwärtige Standard für digitale Lesbarkeit. Sie ist neutral, präzise und funktioniert auf jedem Bildschirm. Der Kontrast zu Cormorant ist bewusst stark: Hier entsteht eine visuelle Spannung zwischen alt und neu, zwischen Tiefe und Klarheit — das ist die Spannung des Projekts selbst.
Bildsprache & Fotografie
Keine Gesichter, keine Lösungen. Die Bildsprache von Philosophia erzeugt Raum für Denken — nicht Antworten.
Stil & Haltung
Alle Bilder, die im Kontext von Philosophia eingesetzt werden, folgen einem kontemplativen Prinzip: Sie zeigen nicht, sie öffnen. Geometrie, Licht, Stille und Ambiguität sind die Leitparameter.
Stimmung
Ruhig, konzentriert, offen. Ein Bild soll beim Betrachter das Gefühl eines Moments der Stille erzeugen — des Innehaltens.
Farbe
Stark entsättigt oder monochrom. Wenn Farbe, dann innerhalb der Markenpalette. Keine warmen Instagram-Filter, keine übersättigte Farbigkeit.
Do's — Bildmotive
Don'ts — Bildsprache
Philosophia entsteht in einem Moment echter Verwirrung. Wer in diesem Moment eine Entscheidungshilfe sucht, will keine Bilder von glücklichen Menschen, die ihre Probleme gelöst haben. Das wäre eine Lüge. Die Bildsprache muss der emotionalen Wahrheit des Nutzungsmoments entsprechen: unsicher, suchend, offen.
Abstrakte, kontemplativen Bilder geben Raum. Sie zeigen nicht, was gedacht werden soll — sie schaffen die Bedingungen dafür, dass gedacht werden kann. Das ist genau das, was die Plattform als Tool tut.
Grafische Elemente & Icons
Drei Gestaltungsmittel bilden das visuelle Vokabular: das Φ-Motiv, die horizontale Linie und ein konsistentes Icon-System.
Das Φ als dekoratives Element
Das Signet kann als Hintergrundelement eingesetzt werden — stark vergrößert, stark reduziert in der Opazität (5–10%), nie dominant. Es dient als texturale Tiefe, nicht als graphisches Ornament.
Linien & Trennelemente
Horizontale Linien sind das primäre Strukturierungsmittel. Immer 1px, immer in Asche oder Schatten. Nie dekorativ dickere Linien. Die linke Akzentlinie (3px, Violett) ist ausschließlich für Begründungs- und Zitat-Blöcke reserviert.
Icon-System
Line-Icons, 1.5px Stroke, Square Linecap. Immer auf einem 24×24px Grid. Keine gefüllten Icons. Keine runden Ecken im Stroke.
Das Φ als dekoratives Motiv schafft ein wiedererkennbares Muster ohne Überladung. Es erscheint im Hintergrund — wie ein Gedanke, der immer präsent ist, aber nicht aufdringlich. Die 1px-Linien sind das strukturierende Element eines Systems, das Klarheit priorisiert. Raster und Linien sind nicht dekorativ, sie sind funktional. Square-Linecaps bei Icons passen zur geometrischen, kantigen Sprache des Logos.
Tonalität & Sprache
Philosophia spricht klar, direkt und ohne akademischen Abstand. Die Sprache macht Philosophie zugänglich — ohne sie zu vereinfachen.
Sprachprinzipien
Keine Fachterminologie ohne Erklärung. Kein aufgeblähtes Satzbau. Philosophische Konzepte werden mit einem Satz eingeführt, dann angewendet.
Die Nutzer:in ist kompetent. Philosophia erklärt, aber urteilt nicht. Die Sprache respektiert die Komplexität der Situation.
Alle Aussagen sind verankert. „Epiktet schreibt …" — nicht „Die Philosophie sagt …". Immer benannt, immer rückverfolgbar.
Die Plattform bietet an, schlägt vor, zeigt auf. Sie fordert keine Entscheidung und drängt nicht. Die Entscheidung liegt bei der Person.
Sprache in der Praxis
Wording-Regeln
Vermeiden
Lösung · Antwort · richtig · falsch
Tipp · Rat · solltest du · musst du
einfach · simpel · klar ist
immer · nie (als Absolutaussage)
Bevorzugen
Perspektive · Blickwinkel · Lesart
könnte · legt nahe · lässt sich
unterscheidet · betont · fragt
diese Schule · Epiktet · nach Kant
Die Zielgruppe befindet sich in einem Moment echter Unsicherheit. Autoritative oder bevormundende Sprache wäre nicht nur unangemessen — sie wäre kontraproduktiv. Menschen in Dilemmata-Situationen wollen nicht belehrt werden. Sie wollen sehen. Die Sprache muss das respektieren.
Die quellenbasierte Sprache ist gleichzeitig Qualitätsmerkmal und Vertrauensbasis: Philosophia sagt nicht, was gedacht werden soll — es zeigt, was andere gedacht haben. Das ist die Ehrlichkeit, die das System auszeichnet.
Layout & Raster
Klarheit entsteht durch Struktur. Das Rastersystem von Philosophia basiert auf einem 8px-Grundmodul und einem 12-Spalten-Grid.
Basisraster
12-Spalten-Grid · Gutter: 24px · Außenabstand: 48px (Desktop) / 24px (Mobile)
Spacing-System — 8px Basis
Weißraum-Regeln
Weißraum ist Inhalt
Freier Raum ist kein Platzverschwendung. Er gibt den philosophischen Perspektiven Gewicht. Ein Gedanke braucht Luft um sich herum.
Keine volle Breite
Lesezeilen: maximal 680px Breite für Fließtext (ca. 75 Zeichen). Paragraphen in 2/3 der Breite erzeugen Ruhe und verbessern die Lesbarkeit.
Layoutprinzipien
Kapitel-Opener: starke horizontale Linie, dann Überschrift, dann Inhalt mit großzügigem Abstand
Zitat-/Begründungsblock: immer mit linker Violett-Linie, klar abgesetzt vom Haupttext
Das 8px-Raster ist ein Industriestandard für digitale Interfaces und sorgt für konsistente, harmonische Proportionen auf allen Bildschirmauflösungen. Das 12-Spalten-Grid ist ausreichend flexibel für komplexe Layouts, aber klar genug für die Reduktion, die Philosophia anstrebt. Weißraum ist hier kein Luxus — er ist das gestalterische Äquivalent des philosophischen „Innehalten": Raum für Denken.
Anwendungsbeispiele
Das Markensystem im Einsatz — von der App bis zur Visitenkarte.
App Interface
Die Hauptoberfläche zeigt die philosophischen Perspektiven als Karten mit linker Akzentlinie. Die Hierarchie ist klar: Schulname → Kerngedanke → Quelle.
Interface-Prinzipien
Violette Linie = aktive Perspektive. Helle Linie = weitere Perspektiven. Klare visuelle Gewichtung.
Das Interface zeigt nie, welche Perspektive „besser" ist. Keine Bewertungs-Sterne, kein Ranking.
Jede Karte zeigt Schule und Denker. Kein anonymes Zitat, keine KI-Stimme ohne Anker.
Website / Landing Page
Die Website kommuniziert das Angebot klar in einem einzigen Scroll. Keine Feature-Listen, kein Marketing-Speak. Eine Headline, ein kurzer Satz, ein CTA.
durch.
Social Media — Instagram
Quadratische Posts zeigen philosophische Gedanken mit Quellenangabe. Dunkler Hintergrund, klares Zitat in Cormorant Garamond italic, Schulname als farbiges Label.
Social Media Regeln
Immer: dunkler Hintergrund. Immer: Zitat + Schule + Quelle. Immer: Logo unten links.
Nie: Motivationssprüche ohne Quelle. Nie: heller Hintergrund ohne explizite Variante. Nie: mehr als ein Zitat pro Post.
Visitenkarte
Einseitig, dunkel. Name in Cormorant Garamond, Rolle und Kontakt in Inter. Φ-Motiv als Hintergrundelement. Keine Dekoration außer dem System.
Jede Anwendung folgt denselben Grundprinzipien: starker Kontrast, klare Hierarchie, und das Φ-Signet als Ankerpunkt. Das Interface zeigt explizit keine Empfehlung — das ist eine gestalterische Entscheidung, keine Einschränkung. Die Visitenkarte ist dunkel, weil sie das Projekt repräsentiert, nicht eine Person. Social Media Posts sind immer quellenbasiert — weil die Marke darauf basiert, dass nichts erfunden wird.
Don'ts — Fehlervermeidung
Konsistenz entsteht durch das konsequente Vermeiden von Abweichungen. Diese Fehler zerstören die Markenidentität am schnellsten.
+ falsche Farbe
Das Logo nie verzerren, rotieren oder in Sonderfarben zeigen
Das Signet existiert nur in Tinte, Kreide oder Violett — und immer in korrekten Proportionen. Rotationen sind verboten. Verfremdungen zerstören den geometrischen Charakter des Zeichens.
Keine Farbverläufe, keine Farben außerhalb der Palette
Die Farbpalette ist fix. Kein Gradient, keine Pastellvarianten, kein Dark-Mode in einer anderen Farbe als Tinte. Abweichungen von der Palette heben die Systematik auf und verwässern die Marke.
Keine anderen Schriftarten verwenden
Nur Cormorant Garamond und Inter. Nicht System-Fonts, nicht Varianten, nicht ähnliche Schriften. Wenn die Google Fonts nicht laden, ist der korrekte Fallback: Georgia (Display) und system-ui (Body).
„Beste Lösung!"
✅ Empfohlen
Keine Wertungen, Rankings oder Empfehlungen im Interface
Das Kernversprechen der Marke ist: Philosophia urteilt nicht. Sterne, Rankings, Highlights oder farbliche Hervorhebungen einer Perspektive widersprechen der Markenphilosophie fundamental. Dieser Fehler ist nicht optisch — er ist konzeptionell.
Herzen! 💪✨🚀"
— Die Philosophie
Keine Zitate ohne Quellenangabe, keine motivationalen Phrasen
Jede Aussage im System und in der Kommunikation muss einem Denker oder einer Schule zugeordnet sein. „Die Philosophie sagt …" ist keine Quellenangabe. Motivationaler Ton widerspricht der Haltung der Marke vollständig.
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Keine vollflächige Farbigkeit, kein Overload
Violett wird sparsam eingesetzt: als Akzent, als Linie, als Label. Violette Flächen über ganze Screens oder Abschnitte widersprechen dem reduktiven Designprinzip. Das System lebt von Weißraum — er darf nicht durch Farbe gefüllt werden.
Diese Don'ts sind keine willkürlichen Verbote. Jeder Fehler würde eine der vier Markenwerte untergraben: Klarheit (überladene Layouts), Tiefe (motivationale Phrasen ohne Substanz), Ehrlichkeit (Empfehlungen, die das System nicht geben darf) oder Zugänglichkeit (Verwirrung durch Inkonsistenz).
Dieses Brandbook ist Teil der Konzeptionsarbeit im Rahmen des Integrativen Projekts an der HAWK Hildesheim, Fakultät Gestaltung.
Version 1.0 · 2026 · BA Gestaltung